Was wollen wir?
Unsere Ideale und Ziele.
Ein Vorwort von Markus Stettner-Ruff
Jedes Kind ist anders, und jedes Kind ist etwas Besonderes.
Die Kinder stehen im Mittelpunkt unserer Pädagogik.
Ihre individuelle Entwicklung ganzheitlich zu fördern und zu begleiten gilt unser Trachten. Erziehung in und zur Freiheit! Dies gilt nicht nur für die Kinder. Die Vorstandsmitglieder unserer Schule formulierten im Leitbild für ihre Arbeit es 2003 einmal so:
"Wir verstehen die Freie Waldorfschule als eine Gemeinschaft von Menschen, die ihr Selbst entwickeln wollen. Wir entwickeln unser Selbst in unserer gemeinschaftlich gestalteten Vorstandsarbeit.
Mitarbeiter, Schüler und Eltern entwickeln ihr Selbst an ihren Aufgaben in der Gemeinschaft der Schule. Freie Waldorfschule heißt für uns heute: impulsieren, schützen und heilen.
Wir sehen unsere Hauptaufgabe darin, hierfür die Voraussetzungen stetig zu verbessern."
Um sich entwickeln zu können, bedarf es vor allem eines: Zeit und Raum. Zeit und Raum für Spiel. „…der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, sagt Friedrich Schiller.
Kein Sinn der Dinge oder Ereignisse ist vorgegeben. Aller Sinn muss tätig erschaffen oder gegeben werden. Waldorfschule gibt es nicht – sie wird! Jeden Tag aufs Neue.
Nirgends erleben wir Freiheit und Sinnsuche mehr als im täglichen Ringen der Selbstverwaltung unserer Schule - in Begegnung von Schülern, Eltern und Mitarbeitern, in deren sozialen Miteinander, in der Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe.
Freiheit bedingt Verantwortung – diese voll und ganz zu tragen erfordert Wachheit und Bewusstsein für die Erfordernisse unserer Zeit und den Willen zur Zusammenarbeit. In unserer globalisierten Welt ist das im Zeitalter der Macht der Medien nicht einfach, aber notwendiger denn je. Das entscheidende Erziehungsmittel ist dabei das Vorbild von uns Erwachsenen, unsere Glaubwürdigkeit und Authentizität gegenüber den Kindern.
Freiheit bedingt auch Schwächen, Fehler, Scheitern. Davor sind wir nicht gefeit, trotz allem Idealismus, allem aufrichtigen Bemühen, allem Streben. Unsere Schule ist kein Hort der Seeligen, keine Insel, kein Paradies, sie liegt mitten im Leben, in der gesellschaftlichen Realität – und das ist gut so.
Doch Freie Waldorfschule heißt immer auch einen Zipfel Zukunft zu erhaschen, vorwegzunehmen, versuchen zu leben, denn: „…wer sich über die Wirklichkeit nicht hinauswagt, der wird nie die Wahrheit erobern.“, um nochmals mit Schiller zu sprechen.




